Logistik statt Lager: Das Streckengeschäft oder Drop Shipment als E-Commerce-Geschäftsmodell ist eine besondere Form des Handels. Dank Internet und übersichtlicher ERP-Systeme lassen sich Streckengeschäfte bequem von überall auf der Welt aus betreiben. Handels-Giganten wie Amazon verdeutlichen bereits sehr gut, dass das Zusammenwirken von klassischem Handel und Streckengeschäften eine gewinnbringende Kombination ist. Lesen Sie im Weiteren wo die Vor- und Nachteile liegen und wie SAP B1 Streckengeschäfte mit passenden Funktionen unterstützt.
Streckengeschäfte als Erfolgsmodell
Beinahe ein Viertel aller Warenlieferungen weltweit, erfolgen im Drop Shiment-Prinzip bzw. als Streckengeschäft. Beim klassischen Handel werden Waren aus dem unternehmenseigenen Lager direkt an den Kunden versandt. Der Verkäufer ist dafür zuständig, dass die geforderten Artikel in benötigter Anzahl vorhanden sind und zeitnah verschickt werden. Beim Streckengeschäft hingegen fungiert das Drop Shipping-Unternehmen nur als Verkäufer, nicht als Lieferant. Verkauft zum Beispiel ein Unternehmen A seine Produkte über Amazon und liefert diese ohne Umweg von seinem eigenen Warenlager an den Kunden, findet ein Streckengeschäft statt. Amazon stellt in diesem Fall ein “virtuelles Warenlager” dar.
Der wachsende eCommerce-Trend, steigende Globalisierung und transparente Lieferlogistik haben dem Drop Shipment die Türen geöffnet. Weiter befördert durch den Einsatz und die Optimierung webbasierter Clouds und die damit verbundene verbreitete Verwendung professioneller ERP-Systeme, birgt Dropshipping große Vorteile für den Aufbau und das Management von virtuellen Warenhäusern.
Drop Shipment SAP: Vorteile für Webshops
Der Handel mittels Drop Shipping und virtuellen Warenhäusern ist vor allem aufgrund des geringen benötigten Start- oder Investitionskapitals attraktiv. Da Waren weder eingekauft noch gelagert werden müssen, fallen keine Kosten für die Warenbeschaffung oder die Miete/den Kauf und die Instandhaltung eines Lagers an. Die notwendige Vorfinanzierung des Geschäfts ist sehr überschaubar und das Unternehmerrisiko sinkt so erheblich. Lediglich ein funktionales System für das Management der Ressourcen und des Online Shops ist notwendig.
Flexibles Ressourcen-Management mit SAP
Die Softwarelösung SAP Business One unterstützt das Streckengeschäft als weitere Handelsform. Die ERP-Software eignet sich optimal für Unternehmen mit einem virtuellen Warenhaus oder einer Kombination aus klassischem Handel und Streckengeschäft. Als webbasiertes Cloud-System liefert SAP Business One beste Voraussetzungen, um das Drop Shipment SAP optimiert, von überall auf der Welt zu verwalten. Die Betreiber sind nicht an einen Ort gebunden, sondern benötigen lediglich einen Internetzugang, um das System nutzen zu können.
Risikominimierung dank ungebundenem Kapital
Die unumgängliche Lagerung von Waren im klassischen Handel birgt einige Risiken, die das virtuelle Warenhaus umgeht. Was passiert mit sogenannten “Ladenhütern”, die nicht verkauft werden können? Wie wird der Kauf neuer Produkte zur Sortimentserweiterung vorfinanziert? Beim Streckengeschäft liegt die Pflicht der Beantwortung dieser Fragen beim Lieferanten und nicht beim Drop Shipper selbst. Die geringe Kapitalbindung ermöglicht es auch, eine breite Produktpalette anzubieten, ohne der potenziellen Gefährdung durch überschüssige Produkte ausgesetzt zu sein.
Licht und Schatten: Nachteile beim Drop Shipment
Die positiven Seiten der Streckenabwicklung klingen unschlagbar gut - welche Nachteile könnte es also bei diesem Handelsmodell noch geben? Die Zuständigkeiten der beteiligten Parteien sind klar verteilt: Der Großhändler und Lieferant einerseits ist verantwortlich für die Herstellung/den Einkauf von Waren, deren Lagerung und Logistik. Der Betreiber des Online Shops und des virtuellen Warenhauses andererseits regelt die Akquise von potentiellen Kunden und die Organisation der Versandinformationen.
Unbeeinflussbare Kundenzufriedenheit
Drop Shipper können nur in begrenztem Rahmen Einfluss auf die Qualität der angebotenen Produkte und der Logistischen Prozesse nehmen. Daraus können Probleme entstehen, die die Zufriedenheit mit dem Shop und die Bewertung durch Kunden negativ beeinflussen:
- Wartezeit aufgrund nicht verfügbarer Artikel,
- Minderwertige oder beschädigte Ware,
- Falsch gelieferte Produkte,
- Ausbleibender Versand oder
- Verlorengegangene Lieferungen
In all diesen Fällen, fällt die negative Erfahrung zuerst auf den Verkäufer zurück, auch wenn der Lieferant das Problem verursacht hat. Das Beschwerdemanagement und die Problemlösung liegen ebenfalls in der Verantwortung des Verkäufers, dazu gehören zum Beispiel auch unangenehme Rückerstattungen zugunsten der Kundenzufriedenheit.
E-Commerce Shops leben von positiven Bewertungen durch Siegel wie Trusted Shops, Proven Experts oder ähnliche Angebote, bei denen sich negative Kundenerlebnisse sofort niederschlagen und das Wachstum und die Entwicklung des Shops negativ beeinflussen. Mit einer engen, vertrauensvollen Zusammenarbeit und einem engen Qualitätsmanagement, lassen sich schwarze Schafe unter den Lieferanten allerdings auch rechtzeitig aussieben.
Der schmale Taler im Streckengeschäft
Das Streckengeschäft als Handelsform wirkt attraktiv mit seinen zahlreichen Vorteilen. Doch dem gegenüber stehen leider nur geringe Gewinnspannen. Da im Drop Shipment immer nur einzelne Produkte und keine Warenmassen eingekauft werden, gibt es keine Vergünstigungen oder Rabatte wie im klassischen Handel.
Ein weiteres Problem stellen die Versandkosten dar: Bestellt ein Kunde mehrere Artikel, die von verschiedenen Lieferanten angeboten werden, addieren sich die Versandkosten. Werden diese Kosten auf den Käufer umgewälzt, besteht die Gefahr, ihn abzuschrecken und zu verlieren. Hier kann es sinnvoll sein, ebenfalls die Bedeutung des Kundenbeziehungsmanagement in den Fokus zu stellen und die Kosten selbst zu übernehmen.
Während es also für Angebotsvielfalt und auch die Resilienz des Unternehmens entscheidend sein kann, möglichst viele Lieferanten anzubinden, kann es sich in Bezug auf die Versandkosten zu einem nicht zu unterschätzendem Kostenrisiko entwickeln.
SAP B1 und Streckengeschäft: Die Software-Funktionen
Trotz einiger Nachteile des Streckengeschäfts erfreut sich dieses Handelsmodell großer Beliebtheit. Nicht nur Einsteiger im E-Commerce-Bereich nutzen das Prinzip - auch große Händler sehen hier Potenzial, insbesondere wenn es sich einfach in bestehende Strukturen integrieren lässt. SAP Business One bietet die Möglichkeit einer Implementierung der Drop Shipment SAP-Prozesse, sowohl bei existierenden als auch bei neu zu konfigurierenden Systemen. Es eignet sich als ERP-System für den Mittelstand und kleine Unternehmen, aber auch für die erhöhten Anforderungen von Unternehmen mit vielen Filialen.
Wie Sie Drop Shipment mit SAP Business One erfolgreich managen können, finden Sie detailliert beschrieben in unserem HowTo: Drop Shipping Management via SAP Business One.
Bei Fragen zur Einrichtung von Streckengeschäften in SAP Business One oder zu Funktionen, die Sie bei der Anwendung dieses Handelsmodells unterstützen, wenden Sie sich an einen zertifizierten SAP Partner wie die COSIB GmbH. Wir beraten Sie gern zu den Optionen einer SAP Branchenlösung, die durch individuelle Anpassungen auf Ihr Unternehmen zugeschnittenen ist.
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